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Energieberatung München : Außenwände

 

 

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In Arbeit: Außenwand noch unter Außenwand alt

Dämmung der Außenwand

Innendämmung von Außenwänden

Innendämmung: zu beachten

Wesentliche Außenwand Dämmkonstruktionen

WDVS-Bild

Hinterl-Fassade-Bild

Die zwei wesentlichen Konstruktionen bei der Dämmung der Außenwand sind das Wärmedämmverbungsystem (WDVS) und die Vorhangfassade. Eine Weitere Möglichkeit im Bestand ist die nachträgliche Auffüllung der Zwischenräume bei zweischaligem Mauerwerk (Kerndämmung)

WDVS:

Dieses ist die derzeit häufigste Art der Außenwanddämmung, Hierbei wird der Dämmstoff auf den Altputz geklebt und oder verdübelt. Außenseitig wird die Fassade mit einem mehrschichtigen armierten (Glasfasergewebe) Putz versehen (auch andere Beschichtungen sind möglich z.B.: Fliesen). Dabei ist es wichtig, dass der Wasserdampf-Diffusionswiderstand von innen nach außen abnimmt.

Vorhangfassade:

Aufwändiger und teurer ist eine Vorhangfassade (in der Regel hinterlüftet). Sie besteht aus einer mit der Wand verdübelten Holzkonstruktion (auch Metallkonstruktionen sind mittlerweile üblich)  deren Gefache mit Dämmstoff ausgefüllt sind und die als Wetterschutz von außen verkleidet wird (mit Holz, Faserzementplatten, Blechen, Schiefer, Kuststoffplatten unterschiedlichster Form und Musterung). Eine Hinterlüftung der Fassade sorgt für sichere Abführung von Feuchtigkeit aus der Dämmung.

WDVS: Algen, Pilze

Algen und Pilze (Pilzsporen)  werden durch den Wind verbreitet, und können daher überall da auftreten wo sie geeignete Entwicklungsgrundlagen finden.

Algen benötigen als Nahrung im wesentlichen Kohlenstoff und Stickstoff, die aus Kohlendioxyd (Photosynthese) und den Stickstoffverbindungen der Luft durch erzeugt werden. Für die Entwicklung von Algen ist Feuchtigkeit und Licht eine unabdingbare Voraussetzung.

Pilze benötigen für ihr Wachstum Feuchtigkeit und Kohlenstoff aus organischen Verbindungen wie z.B. Stärke oder Zucker aber anders als bei Algen kein Licht.

 Sind diese Vorraussetzungen erfüllt, ist Algen/Pilzwachstum nur schwer zu vermeiden

    • Besonders gefährdet sind daher: Nord- und Wetterseiten (meist Westseite), Sockelbereiche, und Schattenlagen.
    • Die Umgebung des Gebäudes kann gleichfalls mehr oder weniger einen Befall begünstigen. Begünstigend wirken: Nahe Gewässer (Nebel), Komposthaufen, landwirtschaftlich genutzte Flächen. Bäume und Sträucher in unmittelbarer Nähe insbesondere bei gleichzeitigem Schattenwurf auf das Gebäude.

Einer Gefährdung entgegen wirken konstruktive Maßnahmen die eine Durchfeuchtung der Außenwand mindern:

    • Dachüberstände, sichere Abführung von Regenwasser, Vermeidung von Tropfwasser, Verblechung von Simsen etc.  !
    • Glatte Bauteiloberflächen
    • Wasserabweisende Beschichtung
    • Auch biologisch wirksame Filmbeschichtungen können den Algenbefall verzöger

Was Trocken bleibt, bleibt Algen frei

 Die Oberflächen von WDVS sind anfälliger für Algen/Pilzbefall als herkömmliche monolithische Außenwandkonstruktionen. Die Fassade wird durch die Dämmung thermisch stark vom Innenraum entkoppelt und die Wärmespeicherfähigkeit der Außenwand ist im Vergleich zu einer monolithen Konstruktion vermindert.

 Bei ausführlichen Versuchen am Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) wurde bei WDVS Fassaden eine höhere Außenputzfeuchte im Vergleich zu monolithischen Wänden festgestellt. Dieses kann als Indiz für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Algenbefall von WDVS gewertet werden, da Feuchtigkeit eine wesentliche Grundlage für Algenwachstum ist.

Die erhöhte Feuchte resultiert aus der nächtlichen Abkühlung der WDVS Fassade (nächtliche Abstrahlung) unter die Temperatur der Außenluft, sodass mit häufigem nächtlichen Tauwasserausfall zu rechnen ist.

 Neben den oben genannten Maßnahmen kann eine infrarot reflektierende Farbbeschichtung die Abstrahlung und damit die Auskühlung vermindern.

WDVS und der Specht

WDVS-Specht-AlgenWDVS Systeme werden in seltenen Fällen von  Spechten als Ort potentieller Nahrung oder Wohnquartier auserkohren und dementsprechend ”bearbeitet”.

Was sind die Folgen, was sind die Ursachen, was kann man tun: Eine kenntnisreiche Abhandlung zum Thema

WDVS Spechfeste Alternativen

poroton-WDVS-Fassade

Tektalan

 

Es gibt mehrere “Spechtfeste” Alternativen, die auch je nach Einsatzfall weitere Vorteile bieten können:

Ytong Multipor Mineraldämmplatte: WDVS mit Mineralschaumplatte (auch für Innendämmung), gibt es auch von anderen Herstellern, auch mit Kalziumsilikatplatten

Beim Einsatz eines WDVS ist auf folgende Punkte besonders zu achten:

  • Generell auf die Vermeidung von W¦rmebrcken und auf luftdichte Anschlüsse insbesondere bei den Fenstern / Türen achten.
  • Wenn möglich Außendämmung zusammen mit einem geplanten / notwendigen Fensterersatz ausführen. Dabei ist es sinnvoll die Fenster bis zur Außenkante des Mauerwerks vorzusetzen. Damit kann die Dämmung direkt über den Rahmen gezogen werden (keine Laibungsdämmung). Fensterbänke müssen nach der Dämmung angepasst werden.
  • Fehlerhafte (lose, uneben) Putzstellen vor Dämmung  ausbessern.
  • Vor Anbringen der Dämmung  Maßnahmen zur Wärmebrücken freien Verankerung von Anbauteilen berücksichtigen (Markisen, Eingangsdächer, Geländer, Lampen ..).
  • Die Dämmung muss bis 50 cm unter die Kellerdecke geführt werden (Wärmebrücke).
  • Im Sockel- und Erdbereich eine feuchteunempfindliche Dämmung (Perimeterdämmung XPS) anbringen.
  • Die Fensterlaibungen und unter den Fensterbrettern (außen) muss gleichfalls gedämmt werden. Fensterlaibungen mindestens 2 bis 4 cm dick dämmen. Eventuell Dämmstoff höherer WLG verwenden.
  • Unter Natur- oder Kunststeinfensterbrettern (innen) nur druckfesten Dämmstoff (XPS) verwenden.
  • Voraussetzung für eine Außenwanddämmung ist ein ausreichender Dachüberstand.
  • Die Dachdämmung muss lückenlos an die Fassadendämmung anschließen.
  • Auch unter dem Dachkasten (hinter der Regenrinne) und auf der Oberseite des Giebels dämmen.
  • Regenfallrohre vor die neue Dämmung setzen.
  • Dehnungsfugen im Wandbereich müssen in die Dämmung übernommen werden.
  • Um Probleme mit Unverträglichkeiten einzelner Komponenten zu vermeiden sollten alle Komponenten (Klebstoff, Dämmstoff, Armierung, Putz, Bewehrungsmaterial, ..)  Teil eines Systems sein (alles von einem Hersteller). Wärmedämmverbundsysteme müssen als System zugelassen sein. Deshalb dürfen nicht Kleber, Putz usw. von verschiedenen Herstellern verwendet werden.
  • Nur Produkte mit Ü-Zeichen und CE-Zeichen einsetzen.
  • Bauphysik: Wasserdampfdiffusion und Feuchtigkeitsaustrocknung beachten.
  • Vor Eigenleistung ausführlich beraten lassen. Am Besten von ausgewiesenem Fachbetrieb ausführen lassen. Die Aufzählung oben zeigt schon ,dass man allerlei falsch machen kann.

Vorhangfassaden: zu beachten

  • Hinterlüftete Vorhangfassaden sind winddicht zu dämmen, ohne offene Dämmplattenstöße und Fehlstellen.
  • Sie sollten lückenlos an die  Unterkonstruktion anschließen. Die Luftschicht zur Hinterlüftung der  Verkleidung muss durchgehend mindestens 2 cm dick sein.

Innendämmung von Außenwänden

Feuchte-Transport-Mechanismen

Bei der Innendämmung von Außenwänden muss das Problem der Tauwasserbildung im Bauteil (in der Regel zwischen Dämmstoff und Wand) gelöst werden. Hierfür gibt es heute mehrere geeignete  sowohl praktisch als auch theoretisch fundierte Verfahren. Die Verfahren lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

  1. Innendämmungen mit raumseitiger Dampfbremse -sperre oder dampfdichtem Dämmaterial

  2. Diffusionsoffene Innendämmungen mit sorptionsfähigen und kapillaraktiven Dämmstoffen

Zu 1.: Hier gibt es mittlerweile komplette System mit Mineralfaser oder synthetischen Schäumen und bereits integrierter Dampfbremse. Als dampfdichtes Material kommt Schaumglas zum Einsatz, eine Sondersteluung nehmen Vakuumpaneele (VIP) ein ,die gleichfalls dampfdicht sind.

Zu 2.: Hier haben sich zwei Verfahren etabliert. Einmal Dämmung aus Holzfaserplatten meist zusammen mit Lehmputz und zweitens Mineralschäume insbesondere Calziumsilikatplatten mit passendem Kleber und Putzsystemen.

 Alle Verfahren bieten ein aufeinander abgestimmtes Produktkonzept bestehend aus Dämmstoff, Kleber, Putz, Bewehrung und Zubehör an. Um die gewünschten Bauphysikalischen Eigenschaften zu erreichen / erhalten sollte man unbedingt die zusammenpassenden Produkte eines Anbieters einsetzen.

Bei Verwendung dieser Produkte liegt man in der Regel auf der sicheren Seite. Trotzdem ist Innendämmung nicht ganz einfach. Es gibt eine ganze Reihe von zu beachtenden Punkten. Insbesondere ist die Feuchtebilanz sorgfältig zu überprüfen.

Das Bild oben stellt die verschiedenen Wasser- und Wasserdampf-Transportmechanismen dar:

    • Sorptionsfähige Materialien nehmen Wasserdampf aus der Raumluft (1) auf und geben ihn wieder an die Raumluft ab, sobald die Luftfeuchte im Raum sinkt. Dieser Effekt führt über der Zeit zu einem Ausgleich der Raumluftfeuchte .
    • Ist die raumnahe Bauteilschicht (2) diffusionsofferner als die Außenseite (3) des Bauteils, kondensiert ein Teil des Wasserdampfes an der Schichtgrenze.
    • Ist das Material (4,5)kapillaraktiv kann das kondensierte Wasser an die raumseitige (4) und die  außenseitge (5) Oberfläche transportiert werden und dort verdunsten.
    • Eine Dampfsperre (6) vermindert im Vergleich zu Fall “b“ die Dampfaufnahme soweit, dass der Wasserdampf ohne Tauwasserausfall durch die Wand transportiert werden kann.

Innendämmung was ist zu beachten

Grundsätzlich ist eine Außendämmung einer Innendämmung vorzuziehen. Ist eine Außendämmung nicht möglich (z.B. Denkmalschutz) kann bei sachgerechter Ausführung auch eine Innendämmung eine erhebliche Energieeinsparung bewirken, wenn folgende Punkte beachtet werden.

  • Zwischen Innendämmung und Außenwand dürfen sich keine Lufthohlräume befinden (Gefahr der Schimmelbildung).
  • Wärmebrücken vermeiden (Gefahr der Schimmelbildung).
    • Fensterlaibungen in die Innendämmung einbeziehen.
    • Wärmebrücken durch in Außenwände einbindende Bauteile (Innenwände, Betondecken) mit z.B: Dämmkeilen die mindestens 50cm weit in den Raum hineingeführt werden entschärfen (siehe: Innend¦mmung Au￟enw¦nde).
    • Balkenköpfe von Deckenbalken liegen nach einer Innendämmung  in einer nun kälteren Wand. Die neue Situation ist hinsichtlich Tauwasser zu prüfen und evtl. sind spezielle Maßnahmen erforderlich. Stahlträger sind ebenfalls entsprechend zu "behandeln".
  • Die Dämmung muss lückenlos verlegt werden.
  • Um die versprochenen bauphysikalischen Eigenschaften einer Dämmkonstruktion sicher zu stellen, sollte man unbedingt die aufeinander abgestimmten Produkte eines Anbieters einsetzen.
  • Von außen eindringende Feuchtigkeit kann die Wasserbilanz der Wand gefährden. Feuchte Außenwände  (z. B. durch aufsteigende Feuchtigkeit, defekten Putz  oder bei starker Schlagregenbelastung) dürfen keine Innendämmung erhalten (bei kapillaraktivem Aufbau sieht es etwas besser aus). Nicht schlagregendichte Außenwände eventuell hydrophobieren (wasserabweisend machen). Die Wahrscheinlichkeit dass eine feuchte Mauer nach einer Innendämmung Schaden nimmt steigt, da die Maueraußentemperatur durch die Innendämmung gesenkt wird.
  • Da die Innendämmung die Erwärmung der Außenwand vermindert, müssen im Zuge der Planung bei durchfeuchteter Außenwand und bei wasserführenden Leitungen in der Außenwand Frostschäden ausgeschlossen werden.
  • Durchdringungen der Dämmschicht (Steckdosen, Nägel, Verletzungen einer evtl. vorhandenen Dampfsperre .. unbedingt verneiden)
  • Innen angebrachte Dampfsperren verhindern die Austrocknung nach innen, hier sind feuchtevariable Dampfsperren u.U. hilfreich.

 

Tabelle: Technische Daten üblicher Innendämmsysteme (Beispiele)

Kennwerte

Einheit

Holzfaser

Mineralschaum

Polystyrol

VIP- Paneele

 

 

Pavadentro

(Holzfaserplatte: sorptiosfähig, kapillar aktiv)

Multipor

( Mineralschaum-platte kapillar aktiv)

Rigitherm

(EPS mit Dampfsperre)

Variotec

(dampfdicht)

Eingebaute Dämmdicke

[mm]

100

100

100

30

X - Wert des Dämmstoffs

[W/mK]

0,045

0,045

0,033

0,008

R- Wert des Dämmsystems

[m2K/W]

2,

2,

3,

4,

U- Wert der gedämm. Wand

[W/m2K]

0,34

0,35

0,27

0,21

µ- Wert des Dämmstoffs

[ – ]

4,

3

40

dampfdicht

sdi - Wert

[m]

0,9

0,4

4,

1.000

Wasseraufn.-Koeff. (w-Wert)

[kg/m2h0,5]

42

2 - 3

nicht saugend

nicht saugend

Eingebrachte Baufeuchte

[g/m2]

3.500

3.000

1.400

?

Plattenmaße

[cm]

60 x 102

60 x 39

63 x100

nach Aufmaß

In der Tabelle sind die gängigen werkmäßig hergestellten Systeme an Hand von typischen Vertretern dargestellt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Herstellerfirmen die spezielle Systeme für Innenwanddämmung herstellen. Eineige Systeme arbeiten auch mit Kalziumsilikatplatten, diese haben zwar “nur” einen λ-Wert von 0,05 bis 0,07 dafür aber weitere Vorteile (z.B.: hoher Ph Wert -> Schimmel behindernd)

Erläuterungen zur Tabelle:

* Bei Einbau eingebrachte Feuchte