Ingenieurbüro Junge

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Die Dämmung der thermischen Hülle Ihres Gebäudes führt zu:

  • Einsparung von Energie und damit auch zu reduzierten Betriebskosten
  • Verbesserung der Behaglichkeit
  • Schutz der Bausubstanz

Dieses ohne alle Vorbehalte, wenn es fachmännisch und sorgfältig ausgeführt wird.

Hierzu steht heute eine Vielzahl praxiserprobter und zertifizierter Dämmstoffe und Dämmverfahren zu Ihrer Verfügung.

Auf dieser Seite:

Positive Effekte einer Dämmung

Aufteilung der Transmissionswärmeverluste auf die Komponenten der thermischen Gebäudehülle

Über die gesamte Außenfläche eines Gebäudes geht Wärme verloren. Die Außenwände haben  mit  ~30% den größten Anteil, gefolgt von den Fenstern (~28%) und dem Dach mit ~22%.

Ziel einer energetischen Sanierung ist die Reduktion dieser Verluste. Für die Wände, das Dach  und Decken/ Bodenplatte erfolgt dies durch das Anbringen zusätzlicher Schichten auf den Wänden oder im Dachaufbau. Hierzu sind spezielle Baustoffe (Dämmstoffe) und Verfahren für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche und Situationen entwickelt worden.

Auswahl des geeigneten Dämmstoffes und situationsgerechter Einbau sind ausschlaggebend für eine erfolgreiche Sanierung, die neben dem Hauptziel der Reduktion der Wärmeverluste dann auch eine Reihe weiterer positiver Nebeneffekte erzielen kann:

Klassifizierung der Dämmstoffe

Ordnung nach Rohstoffquelle

Systematik für das Bauwesen

Anorganisch

Organisch

Synthetisch

Natürlich

- Blähton

- Glasgranulat

- Glaswolle

- Kalciumsilikat

- Mineralschaum

- Perlite

- Schaumglas

- Steinwolle

- Vermiculite

- EPS

- Polyester

- PUR

- XPS

- PF

- Baumwolle

- Flachs

- Getreidegranulat

- Hanf

- Holzfaser

- Hobelspäne

- Kork

- Kokos

- Schafwolle

- Schilf

- Stroh

- Zellulose

Anorganisch

Organisch

genormt

bauaufsictlich zugelassen

genormt

bauaufsictlich zugelassen

- Mineralwolle- Dämmstoffe(MW)

- Schaumglas- Dämmstoffe (CG)

- Platten aus Blähperlite (EPB)

- Blähglas

- Kalziumsilikat

- Polystyrol-Hartschaum (EPS)

- Polystyrol Extruderschaum (XPS)

- Polyuretan-Hartschaum (PUR

- Phenolharz-Hartschaum (PF)

- Produkte aus Holzwolle (WW)

- Expandierter Kork

- Holzfaserdämmstoffe

- Polyuretan-Ortschaum

- Harnstoff-Formaldeh.Ortschaum

 

- Baumwolle

- Flachs

- Getreidegranulat

- Hanf

- Hobelspäne

- Kork

- Polyesterfaser

- Schafwolle

- Zellulosefaser

Qualitäts- Gütekennzeichen

Ü-CE-Zeichen zur Kennzeichen der Dämmstoffeigenschaften

Jeder Dämmstoff, für den eine europäische Produktnorm gültig ist, muss - unabhängig vom Herkunftsland - die CE-Kennzeichnung tragen. Die Kennzeichnung befindet sich entweder auf dem Produkt, dem Etikett oder der Verpackung. Produkte, für die es keine Produktnormen gibt, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (ABZ) oder eine europäische technische Zulassung (ETA).

Zur CE-Kennzeichnung gehören:

  • das CE-Konformitätszeichen (bestehend aus den Buchstaben CE),
  • Angaben zu Hersteller und Herstellung (Adresse und Herstellungsjahr),
  • Angaben zu bestimmten Produkteigenschaften (verschlüsselt),
  • Übereinstimmungserklärung des Herstellers. Bei nichtbrennbaren Dämmstoffen ist diese Übereinstimmungserklärung mit einem Übereinstimmungszertifikat einer anerkanten Prüfstelle verbunden.

Die CE-Kennzeichnung ist kein Qualitätszeichen. Sie signalisiert nicht, dass die angegebenen Produkteigenschaften regelmäßig fremdüberwacht werden. Sie bietet auch keine Gewähr dafür, dass der Wärmedämmstoff nach der jeweiligen Landesbauordnung eingesetzt werden darf

 

Dämmstoffe, für die es eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung gibt, tragen das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen).

 

Die Übereinstimmung des Dämmstoffproduktes mit der jeweiligen technischen Regel dokumentiert der Hersteller, indem er das Ü-Zeichen einschließlich zusätzlicher Angaben auf dem Produkt, dem Beipackzettel oder der Verpackung anbringt. Detaillierte Regelungen zur Kennzeichnung enthalten die Übereinstimmungszeichen-Verordnungen der Länder.

Dämmstoffe dürfen das Ü-Zeichen nur tragen, wenn sie von einer unabhängigen und bauaufsichtlich anerkannten Prüfstelle fremdüberwacht werden und ein Übereinstimmungszertifikat vorliegt. Neben dem Ü-Zeichen sind die Zulassungsnummer und das Bildzeichen der Zertifizierungsstelle anzugeben. Hinzu kommt die Kennzeichnung für den Verwendungszweck entsprechend der jeweiligen technischen Regel (Anwendungstypen nach DIN V 4108-10).

Im Rahmen dieser Kennzeichnung werden der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit (Blauer Rahmen), der Anwendungstyp nach DIN V 4108-10 (Roter Rahmen) und die Baustoffklasse nach DIN 4102 (Grüner Rahmen) angegeben.

Erläuterung der Bezeichnungen auf der Ü-Kennzeichnung

Dämmstoffe: Anwendungsbereiche

Genormten oder bauaufsichtlich zugelassenen Dämmstoffen sind entsprechend ihren technischen und bauphysikalischen Eigenschaften so genannten Anwendungstypen zugeordnet und mit einem Kurzzeichen und einem anschaulichen Piktogramm versehen. Die Anwendungstypen erleichtern die Auswahl eines Dämmstoffes für einen vorgesehenen Anwendungsfall. Kurzzeichen und oder Piktogramm befinden sich in der Regel auf der Verpackung. Nebenstehende Tabelle zeigt einen Ausschnitt.

Anwendungs-gebiet

Kurz-zeichen

Anwendungsbeispiele

Piktogramm

Decke, Dach

DAD

Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Deckungen

DAD

DAA

Außendämmung von Dach oder Decke, vor Bewitterung geschützt, Dämmung unter Abdichtung

DAA

Wand

WI

Innendämmung der Wand

WI

usw.

usw.

  vollständige Liste

 

Je nach Nutzungsart des Gebäudes und Einbausituation des Dämmstoffes werden zusätzliche Anforderungen an bestimmte Dämmstoffeigenschaften wie z. B. Druckbelastbarkeit, Wasseraufnahme, Zugfestigkeit, Trittschalldämmung und Verformung gestellt. Deshalb sind die Anwendungstypen für Dämmstoffe durch eigenschaftsbezogene Untergruppen weiter differenziert. Beispiel:

Der Anwendungstyp DAA (dh) bedeutet: DAA - Außendämmung unter Abdichtung (z. B.  Flachdach), dh - hohe Druckbelastung (z. B. Dachterrasse)

Produkteigenschaft

Kurz-zeichen

Beschreibung

Beispiele

Druckbelastbarkeit

dk

keine Druckbelastbarkeit

Hohlraumdämmung, Zwischensparrendämmung

dh

hohe Druckbelastbarkeit

Genutzte Dachflächen, Terrassen, Trockenbausysteme

usw.

 

 

Wasseraufnahme

wk

keine Anforderungen an die Wasseraufnahme

Innendämmung im Wohn- und Bürobereich

usw.

 

 

usw.

 

  vollständige Liste

 

GDI-Tabelle: Anwendungsbebiete werkmäßig hergestellter Dämmstoffe

Dämmstoffe: Eigenschaften

  • Wärmeleitfähigkeit λ [W/m*K]: Die Größe des Wärmestroms, der pro Sekunde durch einen Quadratmeter eines 1 m dicken Baustoffes bei einer Temperaturdifferenz von 1° K (entspricht 1° Celsius) übertragen wird. Niedrige λ-Werte (Lambda-Wert) entsprechen einer geringen Wärmeleitfähigkeit und damit guten Wärmedämmeigenschaften. Die Wärmeleitfähigkeit ist die Basis für die U-Wert-Berechnung.
  • Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Lambda-Werten: Dem Nennwert und dem Bemessungswert. Der Nennwert wird auf Grundlage von Proben aus der Produktion des Dämmstoffes bestimmt. Der Bemessungswert ist der Rechenwert und darf ausschließlich der Berechnung des U-Wertes zugrunde gelegt werden. Ist auf dem Dämmstoffetikett nur der Nennwert ausgewiesen, muss ein Zuschlag von bis zu 20 Prozent zur Ermittlung des Bemessungswertes angesetzt werden.

  • Dampfdiffusionswiderstand μ : Die Wasserdampf-Diffussionswiderstandszahl ist ein Maß für die Fähigkeit von Baustoffen, für Wasserdampf durchlässig zu sein. Sie gibt an, um wie viel der Diffusionswiderstand eines Baustoffes größer ist als der Diffusionswiderstand einer gleichdicken Luftschicht. Nach DIN 4108-4 sind Dämmstoffe aus Mineralwolle (µ=1) sehr diffusionsoffen, Schaumglas hingegen ist praktisch dampfdicht (µ=100.000).Geringe μ-Werte begünstigen das schnelle Abtrocknen eines Baustoffes bzw. Bauteiles nach eingedrungener Feuchtigkeit..

    Baustoffklasse

    bauaufsichtliche Bezeichnung

    A

    nichtbrennbare Baustoffe

    A1

    nicht brennbar, keine organischen Bestandteile

    A2

    nicht brennbar mit brennbaren organischen Bestandteile

    B

    brennbare Baustoffe

    B1

    schwerentflammbare Baustoffe

    B2

    normalentflammbare Baustoffe

    B3

    leichtentflammbare Baustoffe

  • Baustoffklasse: Durch Brandprüfungen gemäß DIN 4102 werden Baustoffe entsprechend ihrem Brandverhalten einer Baustoffklasse zugeordnet. Anforderungen an die Bauausführung (Baustoffe/Bauteile) ergeben sich aus den jeweiligen Landesbauordnungen. Für Gebäude ab mittlerer Höhe (GKL.4) gelten demnach in der Regel erhöhte Brandschutzanforderungen. Leichtentflammbare B3-Baustoffe sind in der BRD bauaufsichtlich nicht zugelassen. Grundsätzlich sollte der Einsatz eines Dämmstoffes immer an Hand der aktuellen baulichen Gegebenheiten überprüft werden.
  • Rohdichte p [kg/m3]: Die Rohdichte beschreibt die Masse eines Stoffes in kg/m³. Hohe Rohdichten bewirken in der Regel einen guten Schallschutz und einen vernünftigen sommerlichen Hitzeschutz. Dies ist besonders wichtig in Leichtbauteilen wie Dachgeschossen und Holzrahmenkonstruktionen.
  • Spezifische Wärmekapazität c [J/(kg*K)]: Maß der Energiemenge die benötigt wird, um 1 kg eines Stoffes um 1° C zu erwärmen. Baustoffe mit hohen c-Werten leisten aufgrund ihres trägen Temperaturverhaltens einen guten sommerlichen Wärmeschutz. Dämmstoffe auf Holzbasis besitzen eine bis zu 20 mal höhere Wärmespeicherkapazität als mineralische Dämmstoffe.
  • Feuchtespeicherung: Die Fähigkeit Feuchte zu speichern ist abhängig vom Sorptionsverhalten des Baustoffes (siehe: Sorption)

Tabelle: Wesentliche Eigenschaften von Dämmstoffen

Wirkung von Dämmstoffen im Wärmeschutz

Abhängigkeit-UWert

Bauteilstärken für gleichen WärmeschutzDie stetige Erhöhung der Dicke einer Dämmschicht führt nicht zu stetiger Verkleinerung des U-Wertes. Das Bild ganz links zeigt, dass ausgehend von einer 30er Vollziegelmauer mit U-Wert = 1,5 eine zusätzliche Dämmung nur bis etwa 10 cm substantielle Verbesserungen bringt. Mit 10 cm Dämmung erreicht man mit einfachem Dämmstoff der WLG 0,045 einen U-Wert von 0,347 , blaue Linie (EnEV 2007 Forderung von 0,35 erfüllt). Bei Verwendung von sehr gutem Dämmstoff mit WLG 0,025 würde man einen U-Wert von 0,215 erreichen, grüne Linie (EnEV 2009 Forderung von 0,24 erfüllt).

Dämmung und Schallschutz

  • Eine Außendämmung mit Styropor verschlechtert unter Umständen den Schallschutz
  • Schalldämmend wirken: Mineralfaser, Holzfaser, Zellulose. Weniger gut EPS insbesondere XPS und PUR
  • Aber auch der Aufbau ist wichtig -> außen harte Schale hoher Rohdichte innen nachgiebig.
  • Vorhangfassaden zeigen in der Regel gutes schalltechnisches Verhalten.

Dämmstoffe aus Naturfasern

Dämmstoffe aus Naturfasern weisen einige Unterschiede insbesondere zu synthetisch erzeugten Produkten auf, die für eine Entscheidung u.U. ausschlaggebend sein können.

Ökologische Gesichtspunkte

Bauphysikalische Vorteile

  • Der Rohstoff für Naturfasern ist natürlichen Ursprungs und regenerativ.
  • Die Rohstofftransportwege können kurz sein, da Gewinnung/Anbau im europäischen Raum möglich ist.
  • Die Produktion erfolgt in der Regel mit geringem Energieaufwand und Umweltbelastungen.
  • Gesundheitliche Risiken bei Verarbeitung sind unter Beachtung der Arbeitsschutzbestimmungen äußerst gering.
  • Gesundheitliche Auswirkungen auf die Bewohner sind nicht bekannt.
  • Rückbau, Entsorgung oder Wiederverwertung sind ohne größere Probleme möglich.

Dämmstoffe aus Naturfasern zeichnen sich durch ihre günstige Dampfdiffussionsfähigkeit aus, d. h. dass Feuchte, die in den Dämmstoff eingedrungen ist auch leicht wieder ausdiffundieren kann. Sie können aufgrund ihrer hygroskopischen Faserstruktur deutlich mehr Feuchtigkeit aufnehmen als die meisten konventionelle Dämmstoffe ohne gleichzeitig ihre günstigen Wärmedämmeigenschaften einzubüßen.

Vereinzelte Naturdämmstoffe verfügen über eine hohe Rohdichte sowie eine hohe spezifische Wärmekapazität und dadurch sowohl über einen guten sommerlichen Hitze- als auch winterlichen Wärmeschutz.

Bauphysik-Nachteile

Naturfaserdämmstoffe können keine erhöhten Brandschutzanforderungen erfüllen, wie sie die Landesbauordnungen für bestimmte Gebäude fordern , und sind deshalb nur bei einer eingeschränkten Auswahl an Gebäuden einsetzbar.

Ebenso wenig sind sie im Perimeterbereich und auf Flachdächern bauaufsichtlich zugelassen. Konventionelle Dämmstoffe sind teilweise in WLG 025 — 035 eingestuft und erreichen dadurch mit geringeren Dämmstoffstärken eine ähnlich gute Wärmedämmung wie Naturdämmstoffe mit WLG 040 bei dickeren Dämmstoffschichten

Ein  häufig entscheidendes Argument ist der Preis für eine handwerkliche Leistung und hier insbesondere die Materialkosten. Die konventionellen Dämmstoffe können meist alleine schon wegen der großen Produktionsmengen günstiger angeboten werden. Betrachtet man die gesamten Kosten einer Dämmung relativiert sich der Unterschied und macht Naturfasern zu einer bedenkenswerten Alternative.

Dämmung der Außenwand

Die zwei wesentlichen Konstruktionen bei der Dämmung der Außenwand sind das Wärmedämmverbungsystem (WDVS) und die Vorhangfassade. Eine Weitere Möglichkeit im Bestand ist die nachträgliche Auffüllung der Zwischenräume bei zweischaligem Mauerwerk (Kerndämmung)

WDVS:

Dieses ist die derzeit häufigste Art der Außenwanddämmung, Hierbei wird der Dämmstoff auf den Altputz geklebt und oder verdübelt. Außenseitig wird die Fassade mit einem mehrschichtigen armierten (Glasfasergewebe) Putz versehen (auch andere Beschichtungen sind möglich z.B.: Fliesen). Dabei ist es wichtig, dass der Wasserdampf-Diffusionswiderstand von innen nach außen abnimmt.

Vorhangfassade:

Aufwändiger und teurer ist eine Vorhangfassade (in der Regel hinterlüftet). Sie besteht aus einer mit der Wand verdübelten Holzkonstruktion (auch Metallkonstruktionen sind mittlerweile üblich)  deren Gefache mit Dämmstoff ausgefüllt sind und die als Wetterschutz von außen verkleidet wird (mit Holz, Faserzementplatten, Blechen, Schiefer, Kuststoffplatten unterschiedlichster Form und Musterung). Eine Hinterlüftung der Fassade sorgt für sichere Abführung von Feuchtigkeit aus der Dämmung.

Aufbau eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS)Aufbau einer hinterlüfteten Fassade

WDVS: Algen, Pilze

Algen und Pilze (Pilzsporen)  werden durch den Wind verbreitet, und können daher überall da auftreten wo sie geeignete Entwicklungsgrundlagen finden.

Algen benötigen als Nahrung im wesentlichen Kohlenstoff und Stickstoff, die aus Kohlendioxyd (Photosynthese) und den Stickstoffverbindungen der Luft durch erzeugt werden. Für die Entwicklung von Algen ist Feuchtigkeit und Licht eine unabdingbare Voraussetzung.

Pilze benötigen für ihr Wachstum Feuchtigkeit und Kohlenstoff aus organischen Verbindungen wie z.B. Stärke oder Zucker aber anders als bei Algen kein Licht.

 

Sind diese Vorraussetzungen erfüllt, ist Algen/Pilzwachstum nur schwer zu vermeiden

    • Besonders gefährdet sind daher: Nord- und Wetterseiten (meist Westseite), Sockelbereiche, und Schattenlagen.
    • Die Umgebung des Gebäudes kann gleichfalls mehr oder weniger einen Befall begünstigen. Begünstigend wirken: Nahe Gewässer (Nebel), Komposthaufen, landwirtschaftlich genutzte Flächen. Bäume und Sträucher in unmittelbarer Nähe insbesondere bei gleichzeitigem Schattenwurf auf das Gebäude.

Einer Gefährdung entgegen wirken konstruktive Maßnahmen die eine Durchfeuchtung der Außenwand mindern:

    • Dachüberstände, sichere Abführung von Regenwasser, Vermeidung von Tropfwasser, Verblechung von Simsen etc.  !
    • Glatte Bauteiloberflächen
    • Wasserabweisende Beschichtung
    • Auch biologisch wirksame Filmbeschichtungen können den Algenbefall verzöger

Was Trocken bleibt, bleibt Algen frei

 

Die Oberflächen von WDVS sind anfälliger für Algen/Pilzbefall als herkömmliche monolithische Außenwandkonstruktionen. Die Fassade wird durch die Dämmung thermisch stark vom Innenraum entkoppelt und die Wärmespeicherfähigkeit der Außenwand ist im Vergleich zu einer monolithen Konstruktion vermindert.

 

Bei ausführlichen Versuchen am Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) wurde bei WDVS Fassaden eine höhere Außenputzfeuchte im Vergleich zu monolithischen Wänden festgestellt. Dieses kann als Indiz für eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Algenbefall von WDVS gewertet werden, da Feuchtigkeit eine wesentliche Grundlage für Algenwachstum ist.

Die erhöhte Feuchte resultiert aus der nächtlichen Abkühlung der WDVS Fassade (nächtliche Abstrahlung) unter die Temperatur der Außenluft, sodass mit häufigem nächtlichen Tauwasserausfall zu rechnen ist.

 

Neben den oben genannten Maßnahmen kann eine infrarot reflektierende Farbbeschichtung die Abstrahlung und damit die Auskühlung vermindern.

WDVS und der Specht

WDVS-Specht-AlgenWDVS Systeme werden in seltenen Fällen von Spechten als Ort potentieller Nahrung oder Wohnquartier auserkohren und dementsprechend “bearbeitet”.

Was sind die Folgen, was sind die Ursachen, was kann man tun: Eine kenntnisreiche Abhandlung zum Thema

WDVS: Alternative Systeme

Es gibt mehrere “Spechtfeste” Alternativen, die auch je nach Einsatzfall weitere Vorteile bieten können:

poroton-WDVS-FassadeTektalan

Beim Einsatz eines WDVS ist auf folgende Punkte besonders zu achten:

  • Generell auf die Vermeidung von Wärmebrücken und auf luftdichte Anschlüsse insbesondere bei den Fenstern / Türen achten.
  • Wenn möglich Außendämmung zusammen mit einem geplanten / notwendigen Fensterersatz ausführen. Dabei ist es sinnvoll die Fenster bis zur Außenkante des Mauerwerks vorzusetzen. Damit kann die Dämmung direkt über den Rahmen gezogen werden (keine Laibungsdämmung). Fensterbänke müssen nach der Dämmung angepasst werden.
  • Fehlerhafte (lose, uneben) Putzstellen vor Dämmung  ausbessern.
  • Vor Anbringen der Dämmung  Maßnahmen zur Wärmebrücken freien Verankerung von Anbauteilen berücksichtigen (Markisen, Eingangsdächer, Geländer, Lampen ..).
  • Die Dämmung muss bis 50 cm unter die Kellerdecke geführt werden (Wärmebrücke).
  • Im Sockel- und Erdbereich eine feuchteunempfindliche Dämmung (Perimeterdämmung XPS) anbringen.
  • Die Fensterlaibungen und unter den Fensterbrettern (außen) muss gleichfalls gedämmt werden. Fensterlaibungen mindestens 2 bis 4 cm dick dämmen. Eventuell Dämmstoff höherer WLG verwenden.
  • Unter Natur- oder Kunststeinfensterbrettern (innen) nur druckfesten Dämmstoff (XPS) verwenden.
  • Voraussetzung für eine Außenwanddämmung ist ein ausreichender Dachüberstand.
  • Die Dachdämmung muss lückenlos an die Fassadendämmung anschließen.
  • Auch unter dem Dachkasten (hinter der Regenrinne) und auf der Oberseite des Giebels dämmen.
  • Regenfallrohre vor die neue Dämmung setzen.
  • Dehnungsfugen im Wandbereich müssen in die Dämmung übernommen werden.
  • Um Probleme mit Unverträglichkeiten einzelner Komponenten zu vermeiden sollten alle Komponenten (Klebstoff, Dämmstoff, Armierung, Putz, Bewehrungsmaterial, ..)  Teil eines Systems sein (alles von einem Hersteller). Wärmedämmverbundsysteme müssen als System zugelassen sein. Deshalb dürfen nicht Kleber, Putz usw. von verschiedenen Herstellern verwendet werden.
  • Nur Produkte mit Ü-Zeichen und CE-Zeichen einsetzen.
  • Bauphysik: Wasserdampfdiffusion und Feuchtigkeitsaustrocknung beachten.
  • Vor Eigenleistung ausführlich beraten lassen. Am Besten von ausgewiesenem Fachbetrieb ausführen lassen. Die Aufzählung oben zeigt schon ,dass man allerlei falsch machen kann.

Vorhangfassaden: zu beachten

  • Hinterlüftete Vorhangfassaden sind winddicht zu dämmen, ohne offene Dämmplattenstöße und Fehlstellen.
  • Sie sollten lückenlos an die Unterkonstruktion anschließen. Die Luftschicht zur Hinterlüftung der Verkleidung muss durchgehend mindestens 2 cm dick sein.

Innendämmung von Außenwänden

Feuchte-Transport-Mechanismen durch Außenwände bei Innendämmung

Bei der Innendämmung von Außenwänden muss das Problem der Tauwasserbildung im Bauteil (in der Regel zwischen Dämmstoff und Wand) gelöst werden. Hierfür gibt es heute mehrere geeignete  sowohl praktisch als auch theoretisch fundierte Verfahren. Die Verfahren lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

 

  1. Innendämmungen mit raumseitiger Dampfbremse -sperre oder dampfdichtem Dämmaterial

  2. Diffusionsoffene Innendämmungen mit sorptionsfähigen und kapillaraktiven Dämmstoffen

 

Zu 1.: Hier gibt es mittlerweile komplette System mit Mineralfaser oder synthetischen Schäumen und bereits integrierter Dampfbremse. Als dampfdichtes Material kommt Schaumglas zum Einsatz, eine Sondersteluung nehmen Vakuumpaneele (VIP) ein ,die gleichfalls dampfdicht sind.

Zu 2.: Hier haben sich zwei Verfahren etabliert. Einmal Dämmung aus Holzfaserplatten meist zusammen mit Lehmputz und zweitens Mineralschäume insbesondere Calziumsilikatplatten mit passendem Kleber und Putzsystemen.

 

Alle Verfahren bieten ein aufeinander abgestimmtes Produktkonzept bestehend aus Dämmstoff, Kleber, Putz, Bewehrung und Zubehör an. Um die gewünschten Bauphysikalischen Eigenschaften zu erreichen / erhalten sollte man unbedingt die zusammenpassenden Produkte eines Anbieters einsetzen.

 

Bei Verwendung dieser Produkte liegt man in der Regel auf der sicheren Seite. Trotzdem ist Innendämmung nicht ganz einfach. Es gibt eine ganze Reihe von zu beachtenden Punkten. Insbesondere ist die Feuchtebilanz sorgfältig zu überprüfen.

Das Bild oben stellt die verschiedenen Wasser- und Wasserdampf-Transportmechanismen dar:

  1. Sorptionsfähige Materialien nehmen Wasserdampf aus der Raumluft (1) auf und geben ihn wieder an die Raumluft ab, sobald die Luftfeuchte im Raum sinkt. Dieser Effekt führt über der Zeit zu einem Ausgleich der Raumluftfeuchte .
  2. Ist die raumnahe Bauteilschicht (2) diffusionsofferner als die Außenseite (3) des Bauteils, kondensiert ein Teil des Wasserdampfes an der Schichtgrenze.
  3. Ist das Material (4,5) kapillaraktiv kann das kondensierte Wasser an die raumseitige (4) und die  außenseitge (5) Oberfläche transportiert werden und dort verdunsten.
  4. Eine Dampfsperre (6) vermindert im Vergleich zu Fall “b“ die Dampfaufnahme soweit, dass der Wasserdampf ohne Tauwasserausfall durch die Wand transportiert werden kann.

Innendämmung was ist zu beachten

Grundsätzlich ist eine Außendämmung einer Innendämmung vorzuziehen. Ist eine Außendämmung nicht möglich (z.B. Denkmalschutz) kann bei sachgerechter Ausführung auch eine Innendämmung eine erhebliche Energieeinsparung bewirken, wenn folgende Punkte beachtet werden.

  • Zwischen Innendämmung und Außenwand dürfen sich keine Lufthohlräume befinden (Gefahr der Schimmelbildung).
  • Wärmebrücken vermeiden (Gefahr der Schimmelbildung).
    • Fensterlaibungen in die Innendämmung einbeziehen.
    • Wärmebrücken durch in Außenwände einbindende Bauteile (Innenwände, Betondecken) mit z.B: Dämmkeilen die mindestens 50cm weit in den Raum hineingeführt werden entschärfen (siehe: Innendämmung Außenwände).
    • Balkenköpfe von Deckenbalken liegen nach einer Innendämmung  in einer nun kälteren Wand. Die neue Situation ist hinsichtlich Tauwasser zu prüfen und evtl. sind spezielle Maßnahmen erforderlich. Stahlträger sind ebenfalls entsprechend zu "behandeln".
  • Die Dämmung muss lückenlos verlegt werden.
  • Um die versprochenen bauphysikalischen Eigenschaften einer Dämmkonstruktion sicher zu stellen, sollte man unbedingt die aufeinander abgestimmten Produkte eines Anbieters einsetzen.
  • Von außen eindringende Feuchtigkeit kann die Wasserbilanz der Wand gefährden. Feuchte Außenwände  (z. B. durch aufsteigende Feuchtigkeit, defekten Putz  oder bei starker Schlagregenbelastung) dürfen keine Innendämmung erhalten (bei kapillaraktivem Aufbau sieht es etwas besser aus). Nicht schlagregendichte Außenwände eventuell hydrophobieren (wasserabweisend machen). Die Wahrscheinlichkeit dass eine feuchte Mauer nach einer Innendämmung Schaden nimmt steigt, da die Maueraußentemperatur durch die Innendämmung gesenkt wird.
  • Da die Innendämmung die Erwärmung der Außenwand vermindert, müssen im Zuge der Planung bei durchfeuchteter Außenwand und bei wasserführenden Leitungen in der Außenwand Frostschäden ausgeschlossen werden.
  • Durchdringungen der Dämmschicht (Steckdosen, Nägel, Verletzungen einer evtl. vorhandenen Dampfsperre .. unbedingt verneiden)
  • Innen angebrachte Dampfsperren verhindern die Austrocknung nach innen, hier sind feuchtevariable Dampfsperren u.U. hilfreich.

In der Tabelle sind die gängigen werkmäßig hergestellten Systeme an Hand von typischen Vertretern dargestellt. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Herstellerfirmen die spezielle Systeme für Innenwanddämmung herstellen. Eineige Systeme arbeiten auch mit Kalziumsilikatplatten, diese haben zwar “nur” einen λ-Wert von 0,05 bis 0,07 dafür aber weitere Vorteile (z.B.: hoher Ph Wert -> Schimmel behindernd)

Erläuterungen zur Tabelle:

* Bei Einbau eingebrachte Feuchte

Technische Daten von Innendämmsystemen

Kennwerte

Einheit

Holzfaser Pavadentro

(Holzfaserplatte: sorptiosfähig, kapillar aktiv)

Mineralschaum-Multipor

( kapillar aktiv)

Polystyrol-Rigitherm

(EPS mit Dampfsperre)

VIP- Paneele-Variotec

(dampfdicht)

Eingebaute Dämmdicke

[mm]

100

100

100

30

λ- Wert des Dämmstoffs

[W/mK]

0,045

0,045

0,033

0,008

R- Wert des Dämmsystems incl. Putz

[m2K/W]

2,25

2,24

3,08

4,13

U- Wert der gedämmten Wand (alter Wert ~1,5)

[W/m2K]

0,34

0,35

0,27

0,21

µ- Wert des Dämmstoffs

[ – ]

4,2

3

40

dampfdicht

sd - Wert

[m]

0,9

0,4

4,1

1.000

Wasseraufnahme-Koeff. (w-Wert)

[kg/m2h0,5]

42

2 - 3

nicht saugend

nicht saugend

Eingebrachte Baufeuchte*

[g/m2]

3.500

3.000

1.400

?

Plattenmaße

[cm]

60 x 102

60 x 39

63 x100

nach Aufmaß

Rechtlicher Hinweis: Alle Angaben sind nach bestem Wissen und sorgfältiger Recherche erfolgt. Irrtümer oder Tippfehler sind aber nicht vollständig auszuschließen. Für unvollständige, fehlerhafte oder nicht aktuelle Angaben übernehmen wir daher keine Haftung. Bilder und Diagramme und Tabellen dienen der Erläuterung prinzipieller Sachverhalte, sie können nicht als Basis konkreter Bewertungen oder Planungen dienen.

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